##Willkommen (Hauptüberschrift im Content)##

8. Juni 2022 17. Tag: Wijk bij Duurstede - Wuppertal

Die letzten Meter auf der Nordbahntrasse

Tagesetappe 55km - Gesamt 1219,5km - Mosel 207,5km - Canal 33 km - Maas 790,5km - Rhein 135km

Nun sind wir also doch einen Tag eher zu Hause, als ursprünglich geplant. Was schlicht am Wetter liegt. Aber fangen wir vorne an.
Wir hatten einen richtig schönen Abend in dem sehr netten Örtchen Wijk. Nachdem die Taschen gepackt und die Klickis auf Funktionstüchtigkeit geprüft sind, machen wir uns auf den Weg. Erneut nehmen wir nur streckenweise den ausgewiesenen Radweg, aufgrund der Wettervorhersage wollen wir den trockenen Teil des Tages bestmöglich nutzen und nehmen daher eine sehr direkte Route, jetzt dem Neder Rijn entlang. In Amerungen bummeln wir kurz über den wirklich sehr netten Wochenmarkt, kaufen Brot und Käse als Proviant ein und fahren weiter Richtung Arnheim, wo wir eine größere Pause machen wollen. Dort kommen wir auch noch trocken an, leider ist das Regenbiet, welches sich nun bemerkbar macht, riesig, keine einzelnen Schauer, sondern flächendeckender Regen in den kommenden Stunden. Die Frage, ob wir nun einige Stunden durch den Regen fahren, um in Emmerich am Rhein die letzte Nacht zu verbringen, beantwortet sich schnell, nachdem wir feststellen, dass das 9€-Ticket uns von Arnheim bis nach Hause bringt (was ein echter Geheimtipp für einen Kurzurlaub in der schönen Stadt Arnheim ist). Die 3,70€ je Rad bezahlen wir gerne. So sitzen wir also eine halbe Stunde später im RE 19 und sind selber etwas überrascht, dass die Reise nun so plötzlich zu Ende geht. In Düsseldorf steigen wir noch in den RE 4 und schon sind wir in Vohwinkel, von wo aus wir die letzen 5km nach Hause mit dem Rad in Angriff nehmen. Nach 1200km auf dem Rad sind wir wieder daheim.



7. Juni 2022 16. Tag: Dordrecht - Wijk bij Duurstede

Boxenstopp

Tagesetappe 80km - Gesamt 1164,5km - Mosel 207,5km - Canal 33 km - Maas 790,5km - Rhein 80km

Nach dem Frühstück im benachbarten Bistro machen wir uns auf den Heimweg. Der Rhein soll unser letzter Fluss auf dieser Reise sein, der Abschnitt zwischen Rotterdam und Wesel fehlt uns noch zur Komplettierung des Stroms bis zum Bodensee.
Nach rund 10km passiert das fast unvermeidliche, ich habe einen Platten. Zunächst sieht es so aus, als wäre die Stelle ungünstig, doch die Toyota-Werkstatt, vor der es passiert, ist sehr hilfsbereit und stellt uns eine eigene Garage zur Reparatur zur Verfügung.
Nach einer Stunde geht es weiter und es wird ein richtig schöner Tag. Wir fahren die kürzest mögliche Strecke entlang der Lek, so heißt hier ein Mündungsdelta des Rheins in die Nordsee. Der Radweg hat zunächst den Charakter eines Radschnellweges, anschließend geht es immer auf dem Deich des Lek mit Rückenwind voran. Nach 80km erreichen wir Wijk bij Duurstede und beschließen für heute das Ende der Tour. Wir buchen ein Zimmer im Hotel „Otto“ (110€ Ü/F) und wir stellen unsere Räder beim benachbarten Radhändler ab. Dort machen sich die Mitarbeitenden auf die Suche nach zwei Schrauben für meine Klickis, die ich am rechten Schuh schon vor Tagen verloren hatte. Und sie werden tatsächlich fündig, wir feiern dieser Erfolg mit drei Gängen bei einem sehr leckeren Italiener und nehmen auf der Hotelterrasse noch einen Schlummertrunk.



6. Juni 2022 15. Tag: Dordrecht - Rotterdam

Skyline von Rotterdam

Tagesetappe 27,5km - Gesamt 1084,5km - Mosel 207,5km - Canal 33 km - Maas 790,5km

Nur ein kurzer Trip und wir sind in Rotterdam. Wir kommen gerade noch trocken an der Touristen-Information an, da beginnt der erste Schauer. Wir können unsere Räder an einem trockenen Ort unterstellen, besorgen uns einen Stadtplan und machen uns auf den Weg. Wir sind großer Hoffnung, dass es sich nur um einzelne Regenepisoden handelt. Die Innenstadt ist wegen des Ropa Runs teilweise gesperrt. Schon als wir in die Stadt kommen, sahen wir die Teams. Ohne Corona geht es darum, von Paris bzw. Bremen in einer Staffel 500 km nach Rotterdam zu absolvieren. In diesem Jahr wird die Strecke innerhalb der Niederlande gelaufen. Das Läuferdorf und der Zieleinlauf befinden sich vor dem Rathaus. Es ist einfach ein Jammer, dass es entweder regnet oder viel regnet. Dazu kommt ein böiger Wind. Veranstalter und Teams haben besseres verdient. In den Phasen wenig Regens erkunden wir weiter die Stadt. Der Regen will einfach nicht klein beigeben. Da eine Weiterfahrt wenig Sinn macht, entscheiden wir uns hier zu bleiben. Wir finden das FD Hotel (108 €) mitten im Ausgehviertel. Die Rezeptionistinnen weisen uns beim Check In darauf hin, dass Rauchen im Zimmer sowie illegale Drogen wie Lachgas verboten seien. Wir sind über den Hinweis sichtlich irritiert. In Sachen Rauschmittel sind wir nicht mehr auf dem neuen Stand. Einen Schlüssel gibt es auch nicht mehr. Über einen Link können wir Haus- und Zimmertür öffnen. „That‘s the future“, ergänzt sie lachend.
Nach unserem Check-In spazieren wir nochmal los. Die Wolken finden noch etwas Regen, geben am Abend aber endlich auf.
Mit Rotterdam verlassen wir nun endgültig die Maas.



5. Juni 2022 14. Tag: ’s-Hertogenbosch - Dordrecht

Schafe auf dem Radweg

Tagesetappe 82km - Gesamt 1057km - Mosel 207,5km - Canal 33 km - Maas 763km

Zum Beginn unserer Tagesetappe rollen wir durch die Innenstadt von ’s-Hertogenbosch. Mehrere Bühnen zeugen vom Jazz-Meeting. Kein Wunder, dass wir es so schwer hatten, ein Hotel zu bekommen.
Für heute ist der erste Regen nach zwei Wochen angesagt. Wir beschließen, so weit wie möglich zu kommen, bevor der Regen beginnt. Die Vorhersage sieht nach Dauerregen aus.
Der Weg führt entlang des Deichs, liebevoll gepflegt von vielen Schafen, die gern auch den Radweg in Beschlag nehmen. Die Landschaft ist geprägt von weiten, Wasser durchfluteten Feldern. Es ist ein Paradies für jede Menge Vogelarten. An vielen Stellen gibt es Fähren, die einen schnell auf die andere Seite bringen. Im Nationalpark De Biesbosch erreicht uns der Regen. Nach einer erneuten Fährfahrt gibt es noch leckeren Tee und Kuchen im Trockenen, bevor es im Dauerregen nach Dordrecht geht. Es ist bestimmt eine schöne Stadt, wenn es nicht Sonntag wäre und so regnen würde. Nach langer Internet-Recherche und einigen Telefonaten stellen wir fest, dass kein B&B zu bekommen ist. Das Bastion Hotel am Rande des Stadtkerns gibt uns für gut 140€ Unterkunft. Hier bestellen wir noch eine Pizza und warten, dass es aufhört zu regnen.



4. Juni 2022 13. Tag: Blitterswijck - Hertogenbosch

An der Fähre Cuijk

Tagesetappe 111km - Gesamt 975 km - Mosel 207,5km - Canal 33 km - Maas 681 km

Ist es der verflixte 13. Tag? Auf jeden Fall ist es der Tag, an dem uns das bisherige Glück auf dieser Reise verlassen hat. Dazu später. Unser wirklich nettes B&B verabschiedet uns mit einem guten Frühstück. Wir wollen versuchen, nach ’s-Hertogenbosch zu kommen, das sind laut Reiseführer 127 km, aber mit ein paar Abkürzungen kommen wir unserem Ziel schnell näher. Gegen 16 Uhr beginnen wir mit der Suche nach einer Unterkunft. Google zeigt uns nur sehr wenige dafür aber sehr teure Hotels in der Stadt an. Auch außerhalb gibt es keine Angebote mehr. Auch in den Niederlanden ist Pfingsten ein verlängertes Wochenende. Das Wetter ist traumhaft, also sind viele für einen Kurzurlaub hierher gekommen. Für uns jetzt schwierig, weil wir natürlich auch hier nichts vorgebucht haben. Mit Ziel ’s-Hertogenbosch klappern wir jede Menge Hotels und Pensionen ab. Alle voll. Erst am Stadtrand von ’s-Hertogenbosch bietet uns das Hotel „Campanile“ ein Zimmer für 244 € an. Also keine Suite oder all inclusive, einfach nur übernachten im Doppelzimmer mit Frühstück. Die Rezeptionistin informiert uns, dass sowohl ein Jazz-Meeting stattfindet, als auch außerhalb ein Festival läuft. Auf dem Parkplatz telefonieren wir nochmal knapp ein Dutzend Hotels ab - alle ausgebucht. Etwas knirschig geben wir auf und bleiben hier. Eine Pizzeria um die Ecke stillt den letzten Hunger, müde wie wir sind.
Wir können auch mal kein Glück bei der Unterkunftssuche haben, auch wenn uns das bisher ausgesprochen selten passiert ist.



3. Juni 2022 12. Tag: Linne - Blitterswijck

Eingang zum FOC Roermond

Tagesetappe 72km - Gesamt 864 km - Mosel 207,5km - Canal 33 km - Maas 570 km

Manchmal entdeckt man den Wert eines Ortes erst dann, wenn man an einen anderen Ort gekommen ist. Spulen wir also kurz nach Maastricht zurück. Dort stand auch das Einkaufen im Vordergrund, die vorhandene städtische Infrastruktur wurde aber genutzt, so dass sich die Läden und Cafés ins Stadtbild einfügen, auch wenn sicher der ein oder andere Mensch zu viel unterwegs ist und die Cafés auf Masse setzen. Trotzdem fühlt man sich wohl.
Wir machen uns in Linne auf den Weg und erreichen nach wenigen Kilometern Roermond. Da wir das dortige, weit über die holländische Grenze hinaus bekannte, Factory Outlet Center (FOC) noch nie gesehen hatten, steuern wir dieses also an, stellen unsere Räder auf einen der vielen Fahrradparkplätze ab, und stürzen uns ins Kaufgewimmel, welches am Freitag Vormittag noch erträglich ist. Aufgrund des bevorstehenden langen Wochenendes in Deutschland werden wir aber gewarnt, nicht über Mittag zu bleiben.
Das FOC ist bestens organisiert, was die Sitzgelegenheiten ohne Konsumzwang angeht, möchte man als WuppertalerIn neidisch werden. Auch von den makellosen WC‘s träumt man in Barmen und Elberfeld nur. Trotzdem macht es den Eindruck, als wäre man im Shopping-Phantasialand, praktisch kein Label, keine Marke aus dem Preissegment der Tarifbeschäftigten hat dort keinen Store. Alle Läden sind in einem eigenen Häuschen untergebracht, selbstverständlich alles barrierefrei. Und alle Marken vermitteln den Eindruck, als wenn man Produkte aus dem mittleren Luxussegment zu günstigen Preisen kaufen könnte, was bei genauer Betrachtung sicher nicht der Fall ist, zumal wenn man die Anreise aus dem Ruhrgebiet hinzurechnet.
Um uns nicht völlig unbeliebt zu machen, kaufen wir Radsocken von Falke für 15,40€, die Ersparnis gegenüber den 22€ „Normalpreis“ ist natürlich schon auf dem Etikett aufgedruckt.
Nach zwei Stunden geht es weiter durch das wilde Hollandistan, das Wetter ist auch am 12. Tag so, wie man es sich auf einer Radtour wünscht.
Schon nach 42km erreichen wir Venlo, stellen aber schon beim Durchfahren der Innenstadt fest, dass die Stadt sehr abgeranzt ist. Hier ist es wirklich gar nicht schön, aus alter Kindheitserinnerung fahren wir bis zu den „2 Brüdern von Venlo“, der Besuch des Laden gleicht aber einem Besuch von Ikea, man wir durch die verschiedenen Abteilungen durch den ganzen Laden geführt. Schlecht für uns, die nur eine Flasche Wasser kaufen wollen. Venlo ist sicher keinen Besuch Wert.
Wir buchen noch schnell ein Hotel in Blitterswijck, da bis ’s-Hertogenbosch, was rund 157km liegt, keine nennenswerte Stadt mehr an der Maas liegt. Auch hier im „Blauwvirverij“ (80€ Ü/F) treffen wir es gut an, eine Pizzeria ist nebenan und ein Fläschchen Weißwein findet sich im Hotelkühlschrank.



2. Juni 2022 11. Tag: Liége - Linne (NL)

Maas am Julianakanal

Tagesetappe 92km - Gesamt 792 km - Mosel 207,5km - Canal 33 km - Maas 498 km

Wir verlassen Liége, die Route ist sehr angenehm und schon nach 25km erreichen wir Holland. Was den Radverkehr angeht ist es, als wenn jemand den Schalter ungelegt hätte und dem Radverkehr mehr Rechte eingeräumt hat. Was i.Ü. auch so ist. Weitere 5km später stehen wir schon in der Innenstadt von Maastricht. Hier ist es so schön, dass wir eine längere Pause einlegen, die Räder abstellen und ausgiebig durch die Stadt bummeln. Es gibt unendlich viele Geschäfte, vor allem die vielen Schuhläden beeindrucken uns. Hier wollen wir auf jeden Fall noch einmal hin.
Weiter geht es auf wunderbaren Radwegen, die Landschaft ist inzwischen genau so, wie man sich die Niederlande vorstellt. Auf den folgenden 60km bildet die Maas die Grenze zwischen Belgien und Holland, der Radweg führt verständlicherweise nur auf der holländischen Seite entlang. Bei Berg an de Maas legen wir eine letzte Pause ein und beobachten den regen Fährverkehr zwischen den Ländern. In Maasbracht suchen wir eine Unterkunft, werden aber erst Linne fündig, was nur noch 7km vor Roermond liegt. Das Katoo‘s B&B (95€ Ü/F) ist wirklich sehr nett, im gemütlichen Innenhof leben ein altes Schwein und Hühner. Mit dem Inhaberpärchen tauschen wir uns noch intensiv aus, bevor schließlich ein Feuerchen im Außenkamin entfacht wird. Toll.



1. Juni 2022 10. Tag: Liége

Treppe in Liége

Tagesetappe 0km - Gesamt 700 km - Mosel 207,5km - Canal 33 km - Maas 406 km

Wir beginnen unseren Ruhetag mit einem ausgiebigen Spaziergang durch das Zentrum von Liège. Die Stadt ist an allen Ecken und Enden geprägt von Baustellen, Baustellen und nochmals Baustellen. Es scheint kein Quartier zu geben, dass verschont wird. Entweder die Straße ist aufgerissen oder der Verkehr wird dort wo noch möglich durchgeleitet. Wir machen eine „Stadtrundfahrt“ mit dem Pendelboot (Navette fluviale) und genießen Sonne und Aussicht. Bevor wir eine Ruhepause im Hotel einlegen, finden wir noch thematisch passende T-Shirts anlässlich der Tour de France. Unseren letzten Abend in Belgien gestalten wir standesgemäß mit Fritten und belgischem Bier. Kräfte sind jetzt wieder aufgeladen für die Weiterfahrt Richtung Niederlande.



31. Mai 2022 9. Tag: Anhée - Liége (Lüttich)

Maas bei Namur

Tagesetappe 100km - Gesamt 700 km - Mosel 207,5km - Canal 33 km - Maas 406 km

Es gilt heute, den Rest der Strecke nach Liége (Lüttich) zurückzulegen. Nach rund 20km erreichen wir bereits Namur, die Hauptstadt der Wallonie. Wir drehen einige Runden durch die Stadt und machen eine kurze Pause, uns drängt es aber weiter, 80km liegen ja noch vor uns. Von Namur an wird die Maas zu einem Verkehrsweg, Frachtschiffe liegen entlang der Kaimauer, die den Fluss über wenigstens 25km einrahmt und auf der der Radweg seinen Lauf nimmt. Schon interessant, immer entlang einem rund 6 Meter hohen, ungesichertem Abgrund entlang zu fahren.
Die letzten 25km vor Liége sind kein Vergnügen mehr, wir fahren durch ein riesiges Industriegebiet mit Vorortsiedlungen, in denen wir keine längere Rast einlegen wollen.
Schließlich erreichen wir Lüttich und freuen uns schon beim ersten Durchfahren der Innenstadt auf unseren morgigen Ruhetag. Nachdem wir ein Hotel für zwei Nächte gefunden haben (Hotel Hors-Château, 100€ je Nacht Ü/F) bummeln wir noch durch die mit Baustellen gepflasterte Innenstadt, die ein totales Verkehrschaos verursacht. Da hat man gleich doppelt Spaß mit dem Rad.



30. Mai 2022 8. Tag: Charleville-Mézière - Anhée

Ardennen-Radweg an der Maas

Tagesetappe 120km - Gesamt 600 km - Mosel 207,5km - Canal 33 km - Maas 306 km

Nach dem Frühstück geht planmäßig weiter. Die Route heute ist einfach malerisch, ausschließlich ein guter Radweg führt uns meist flach entlang der Maas durch die Wald bedeckten Ardennen. Einzig der Nordwind, der uns seit einer Woche die angenehmen Temperaturen von 15-20 Grad beschert, drückt etwas auf die Brust. Aber im Windschatten fahren sind wir inzwischen ein eingespieltes Team. Nach 88km verlassen wir schweren Herzens Frankreich, ein Drängelgitter zu einer Straße am Ende eines Fahrradweges, der auch einmal eine Bahntrasse war, bildet die Landesgrenze. Und zur Begrüßung hängt am ersten Haus eine belgische Fahne.
Unser Ziel ist zunächst Dinant, die erste größere Stadt in Belgien. Während wir im Ibis nachfragen, finden wir noch eine Alternative ca. 10 km weiter in Anhée. Das Hôtel Les Jardins de la Molignée (121€ Ü/F) hat noch Platz für uns. Hier ziehen wir noch ein paar Bahnen im Haus eignen Schwimmbad, bevor es zum Abendessen geht. Mit 120km dürfte dies einer der längsten Etappen gewesen sein, die wir je mit Sack und Pack gefahren sind.



29. Mai 2022 7. Tag: Stenay - Charleville-Mézière

Marktplatz Charleville-Mézière

Tagesetappe 74km - Gesamt 480 km - Mosel 207,5km - Canal 33 km - Maas 186 km

Heute ist uns etwas passiert, was uns, soweit wir uns erinnern können, noch nie passiert ist. Wir haben verpennt. Die Weckeinstellung war für den Sonntag nicht aktiv, so dass wir um 10 Uhr feststellen mussten, dass das Petit dejeuner wohl ausfallen muss.
Nun gilt es also, Zeit gut zu machen, ein kurzes Frühstück mit den Resten vom Vorabend müssen genügen, und die Wegstrecke wird zwischen Stenay und Beaumont-en-Argonne wird verkürzt. Was jetzt nicht viel ausmacht, führt der Weg doch so oder so über Landstraßen und nicht an der Maas entlang.
Erst bei Remilly-Allicourt beginnt wieder ein Radweg, so dass wir doch noch viele Kilometer sammeln können. In Sedan gibt es Sonntags nichts zu sehen, so dass wir nur mit einer kurzen Pause schließlich doch am Tagesziel Charleville-Mézière ankommen. Hier gibt es auch wieder einen tollen Marktplatz, den wir, nachdem wir eine Unterkunft gefunden haben (Hotel Coleurs Sud, 74,66€ Ü/F), erneut zum Abendessen aufsuchen. Hier in der Stadt ist es schon etwas belgisch, neben einem ersten Frittenstand entdecken wir auch diverse Kneipen mit diversen Biersorten, selbst das belgische „Stella Artois“ ist schon zu haben. Morgen nehmen wir die letzten französischen Kilometer in Angriff.
Fazit nach einer Woche. Frankreich ist und bleibt eine Reise Wert. Die Mosel war sensationell, die Maas hat bis Remilly-Allicourt keinen Radweg, überhaupt hat Frankreich in Sachen Radverkehr noch einiges aufzuholen. Radabstellanlagen sind weitestgehend Fehlanzeige. Hotels waren überall spontan zu bekommen, die Preise sind entlang der Maas deutlich günstiger als an der Mosel.



28. Mai 2022 Tag 6: Verdun - Stenay

Ossouaire de Douamont

Tagesetappe 70km - Gesamt 406 km - Mosel 207,5km - Canal 33 km - Maas 112 km

Im Hotel erwartet uns ein ausgesprochen französisches Frühstück. Von etwas herzhaftem fehlt jede Spur. Außerdem passt die Mitarbeitende darauf auf, dass kein Croissant zu viel genascht wird.
Wir machen uns auf den Weg zum Mémorial außerhalb von Verdun. Einen ausgewiesenen Radweg gibt es natürlich nicht. Wir helfen uns mit Google Maps, was eine phantasievolle Route für uns aussucht. Bestimmt die kürzeste, aber die Land- und Forstwege sind in einem traurigen Zustand und eher für Gelände gängigere Fahrzeuge geeignet. Unsere Räder machen aber tapfer alles mit, was wir ihnen zumuten!
Wir entscheiden uns, das Museum im Mémorial zu besuchen (12€ p.P.). Es zeigt, mit welchen Mitteln der 1. Weltkrieg - auch logistisch - geführt wurde. Das Museum ist recht neu und bietet eine moderne Museumspädagogik mit allen Möglichkeiten. Von oben hat man einen Blick auf das Beinhaus und die Wälder rund um Verdun.
Wir fahren weiter zum Beinhaus (Ossouaire de Douamont). Die Totenstätte für die vielen unnötig gefallenen Soldaten aus aller Welt soll ein Zeichen des Friedens sein. Ihm zu Füßen liegen riesige Gräberfelder. Auch hier gehen wir bis zum Turm hoch, um einen Eindruck über das Gelände zu bekommen (6€ p.P.).
Nach einer letzten Stärkung geht es weiter Richtung Maas. Um wieder auf unseren Weg zu kommen befragen wir Google Maps und werden wieder nicht enttäuscht. Kurz und kurzweilig geht es runter in Richtung Maas, gut eineinhalb Kilometer fahren wir durch ein Dickicht, welches wohl zuletzt den Soldaten im „Grand guerre
An der Route angekommen fahren wir viele Kilometer einsame Landstraßen. Wir kommen gut voran. In Stenay beginnen wir nach einer Unterkunft zu suchen. Hier gibt es ausgesprochen wenige Unterkünfte. Wir sind unserer Erfahrung treu geblieben und versuchen spontan unser Glück. Da haben wir dann auch. Im ersten Hotel (Villa Motel) ergattern wir das letzte freie Zimmer. Im Supermarkt nebenan kaufen wir Wein, Brot und Käse und läuten den Apero ein. Das dazu gehörige Restaurant hat ein gutes Abendessen.



27. Mai 2022 5. Tag: Saint-Mihiel - Verdun

Monument a la victoire

Gesamt 336 km - Mosel 207,5km - Canal 33 km - Maas 62 km

Einen genauen Plan für den Tag haben wir noch nicht, nur eines ist sicher: Wir wollen nach Verdun. Nach einem leckeren Frühstück in einem chaotisch organisiertem Hotel, welches augenscheinlich auch dem Besitzer unseres Zimmers in der Stadt gehört, machen wir uns auf den Weg. Das geflügelte Wort lautet: Roter Strich im Nichts. Der rote Strich ist gleichbedeutend mit der Route, und wird immer dann im Reiseführer verwendet, wenn es entlang einer Straße ohne Radweg geht. Und Nichts heißt Nichts, weil es eben ansonsten nichts gibt. Straße, Felder und alle paar Kilometer ein Dorf, indem in der Regel deutlich mehr Nutztiere als Menschen leben. Kurz vor unserer ersten Pause in Dugny-sur-Meuse treffen wir auf einen redseligen Belgier, der ebenfalls mit dem Rad unterwegs ist.
Als wir Verdun erreichen, steht unser Entschluss fest, hier zu bleiben. Wir finden schnell ein Hotel (Hotel Saint Paul, 64,80€ Ü/F). Sofort machen wir uns auf den Weg in die Stadt, Ziel ist die Citadelle Souterraine, eine ehemals 7 Kilometer lange unterirdische Bunkeranlage, die dem Schutz der französischen Soldaten im „Grand guerre“, wie hier der erste Weltkrieg heißt, diente. Kaum zu glauben, das rund um Verdun 700.000 Soldaten ums Leben kamen oder schwer verwundet wurden.
Nach frischer Renovierung kann man heute in 50 Min. mit einer „virtuell reality-Tour“ durch die Gänge fahren. Also dann, wenn man ein Ticket ergattern kann, was uns nicht gelingt. Der erste freie Platz wäre am kommenden Tag gegen Mittag. So besichtigen wir etwas enttäuscht den zugänglichen Teil der Anlage, was auch schon sehr beeindruckend ist. Den restlichen freien Tag verbringen wir so entspannt wie möglich, morgen wollen wir mit den Rädern zwei weitere Gedenkstätten besuchen, am Memorial Verdun ist auch das berühmte Foto entstanden, auf dem Hand in Hand Francois Mitterand und Helmut Kohl zu sehen sind.



26. Mai 2022 Tag 4: Nancy - Saint-Mihiel

Route barree

Gesamt 295 km - Mosel 207,5km - Canal 33 km - Maas 22 km

Heute geht es um Fährtenfindung.
Zunächst ist es ein leichtes, den Weg zur Moselschleife zu finden. Da unser nächstes Ziel die Maas ist, folgen wir der Mosel bis wir den Kanal de la Marne au Rhin Ouest treffen. Hier finden wir nach kurzem Suchen den Einstieg zum Canal. Zu Beginn finden wir einen tollen Radweg. Im weiteren Verlauf wird er zum Treidelpfad und schließlich zu einem selten gefahrenen Betriebsweg. Dünn wird es als der Canal durch einen Tunnel geführt wird. Das Schild „Route barrée“ ist eindeutig. Unsere Alternative ist, die Räder über den Hügel zu schieben. Ein sehr steiler Weg durch den Wald mit schwerem Geröll. Aber was soll’s! Ein schöner Blick auf den Canal ist ein kleiner Trost. Dieses Bild haben wohl bisher nicht so viele machen können.
Mit etwas Suchen finden wir den Weg zurück entlang des Canals. Auch hier sind es Treidelpfade in nicht so schönem Zustand.
Mit vielen Eindrücken erreichen wir Commercy, die Stadt der Madeleines. Die beiden Hotels liegen am Stadtrand. Wir sind unentschieden und entscheiden uns für Weiterfahren. Wir nehmen diesmal die Landstraße. Das ist kein Vergnügen - ohne Radstreifen.
Am Ende fahren wir bis St. Mihiel, wo uns eine Pension an ein Hotel und das Hotel an ein Zimmer in der Stadt vermittelt. Und Zimmer in der Stadt heißt genau das: Wir beziehen ein Zimmer in der Stadt. Irgendwie ein bisschen Kuba.
Nach fast 100 km sind wir echt groggi. Am Ende hat es mit der Fährtenfindung wunderbar geklappt. Aber abenteuerlich war es schon.



25. Mai 2022 3. Tag: Metz - Nancy

Pause bei Pont-à-Mousson

Tagesetappe 72 km - Gesamt 196km - Mosel 187,5km

Eines vorweg. Wer die Mosel bislang nur zwischen Trier und Koblenz gefahren ist, verpasst eigentlich den schönsten Teil. Der Weg nach Nancy ist abwechslungsreich, führt fast ausschließlich über landschaftlich reizvolle Wege, vorbei an Schlössern, Burgen und Kirchen. Ein Traum für Radfahrende.
Aus Metz heraus haben wir erstmals unseren Orientierungsgeist beanspruchen müssen, was auch daran liegt, dass die ersten Kilometer nichtasphaltierte Waldwege genommen werden müssen. Aber auch diese waren gut befahrbar, bei erneut herrlichem Wetter um 20 Gard bei weiss-blauem Himmel sind wir auch froh, im Schatten unterwegs zu sein. Unser Radreiseführer ist nicht ganz auf dem neuesten Stand, alle Änderungen sind aber weiteren Verbesserungen der Wegführung und des Untergrundes geschuldet.
Eine erste Pause legen wir nach rund 35km bei Pont-à-Mousson ein, wir sitzen direkt an der Mosel mit Blick auf die Abbaye de Prémotrés und die Kirche Saint Martin. Bei Frouard verlassen wir die Mosel, nun bringt uns die Meurthe bis ins Zentrum von Nancy. Hier erwartet uns einer der schönsten Plätze, der uns jemals begegnet ist, der riesige Place Stanislas ist umgeben von klassizistischen Gebäuden, die mit goldenen Toren verbunden sind.
Ansonsten ist Nancy eine typische Großstadt, hier erinnert doch schon einiges an Paris. Nach einem ausgiebigen Stadtbummel gönnen wir uns in einer sehr gut besuchten Restaurantmeile einen Burger, der aber weit entfernt von den Fastfood-Klopsen ist und natürlich mit Salat und „French Friese“ serviert wird. Nun geht es zurück ins Hotel (Hotel de Prélats, 117,40€ inkl. Frühstück), morgen geht es rüber zur Maas ins landschaftliche Niemandsland.



24. Mai 2022 2. Tag: Perl - Metz

Straßencafé in Metz.

Tag 2: Dienstag, 24. Mai 2022
Perl - Metz
Gesamt 124km - Mosel 115,5km

Was für ein wunderbarer Tag. Von Perl aus sind wir kurz über die Mosel und machen einen Abstecher nach Schengen (Luxemburg), um kurz beim „Europäischen Museum“ halt zu machen. Von dort geht entlang der Mosel, schon nach wenigen Metern erreichen wir Frankreich. Bei herrlichstem Radwetter legen wir erst nach 35km eine Pause in Thionville ein. Die Strecke ist wirklich außergewöhnlich schön, bei Uckange bewundern wir das alte Stahlwerk, welches an die Hütte in Völklingen erinnert. Gegen 15Uhr erreichen wir Metz, das heutige Tagesziel. Wir kommen für 106€ im Ibis unter, welches nur wenige Meter von der Innenstadt entfernt liegt. Stundenlang pilgern wir durch die Stadt, die sehr weitläufige Fußgängerzonen bietet. Nach einem Kebab beschließen wir den Abend mit einem Glas Rotwein in einem der vielen Straßencafés. Ein inzwischen blauer Himmel zieht die ganze Stadt in die Cafés und Restaurants. Perfekter kann ein Tag nicht sein.



23. Mai 2022 1. Tag: Wuppertal - Perl

Zusammfluss von Saar und Mosel.

Tagesetappe 52km

Der Wecker klingelt um 6 Uhr, ab 6:30 Uhr machen wir uns, die Räder und das Haus bereit für den Urlaub.
Um 9:04 Uhr geht es planmäßig am Hauptbahnhof los, wir wollen eigentlich in Trier starten, da wir die Mosel von dort an bislang nur in Richtung Koblenz gefahren sind.
Aufgrund einer Streckensperrung stehen wir in Köln gut 30 Min., mit einer solch großen Verspätung hatten wir es bei unseren Anreisen bislang noch nicht zu tun.
Am Ende kommen wir dennoch pünktlich in Konz an, da der Zug auch hier hält. In Konz fließt die Saar in die Mosel und genau von hier an waren wir vor einigen Jahren, nachdem wir die Saar herauf gekommen waren, entlang der Mosel gefahren.
Am Morgen hatten wir noch kurz überlegt, einen Tag später zu fahren, da Karsten Schwanke am Vorabend vor Starkregenfällen gewarnt hatte. Gut, dass wir die Warnung in den Gegenwind geschlagen haben, denn bis auf zwei Kurze Schauer verlief die Fahrt reibungslos, so dass wir unser angepeiltes Ziel Perl gut erreichen.
Untergekommen sind wir schließlich im Hotel „Perler Hof“ für 95€ für DZ/F.
Nach einer leckeren Pizza geht es zurück ins Hotel. Morgen geht es nach Frankreich und wir freuen uns darauf.






Termine

:: 17. August 2022, 16:00 Uhr ::

Sportausschuss

Stadion am Zoo


:: 18. August 2022, 16:00 Uhr ::

Ausschuss für Wirtschaft, Arbeit und Nachhaltigkeit

Rathaus Barmen, Ratssaal


:: 18. August 2022, 18:00 Uhr ::

Vorbesprechung Sitzung der BV Elberfeld-West

Wir laden alle Bürgerinnen und Bürger ein, mit uns die Tagesordnung der Bezirksvertretung Elberfeld-West zu beraten und zu diskutieren. Ort: Sitzungssaal der DGB-Geschäftsstelle, Hoeftstr. 4 (Bahnhof Steinbeck)


:: 18. August 2022, 19:00 Uhr ::

Vorstandssitzung des SPD-Ortsvereins Elberfeld-West/Sonnborn

Sitzungssaal der DGB-Geschäftsstelle, Hoeftstr. 4 (Bahnhof Steinbeck)


:: 24. August 2022, 18:00 Uhr ::

Bezirksvertretung Elberfeld-West

Mensa des Gymnasiums Bayreuther Str. 35, Eingang Richard-Wagner-Straße, 42115 Wuppertal


:: 5. September 2022, 16:00 Uhr ::

Rat der Stadt